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Wandern, Touren, Ausflugsziele

Herbstwandern rund um Köln: Vier Rheinrouten und zwei Touren im Siebengebirge

Von der Flittarder Rheinaue bis zur Löwenburg: Diese sechs Touren zeigen, welche Kölner Rheinlandschaften und Ziele südlich der Stadt sich im Herbst zu Fuß entdecken lassen.

Kölle-Bewegt · 2026-11-04
Wanderrouten am Rhein
Wanderrouten am Rhein · Rhein Bewegt

Herbstwandern rund um Köln kann ganz unterschiedlich aussehen: Im Norden verbinden sich Parkwege mit der Flittarder Rheinaue, südlich der Innenstadt führt ein Spaziergang in den Weißer Rheinbogen. Wer weiter ins Siebengebirge fährt, findet Anstiege, Burgruinen und weite Blicke über den Rhein. Hier sind sechs Touren mit Angaben zu Länge, Schwierigkeit und Besonderheiten – plus Hinweise für die Planung bei nassem Wetter und kurzen Tagen.

Direkt in Köln: Park und Auen im Norden

Stammheimer Schlosspark und Flittarder Rheinaue

Diese etwa acht Kilometer lange Rundwanderung verbindet zwei sehr unterschiedliche Landschaften. Sie beginnt im Bereich des Stammheimer Schlossparks, dessen alte Bäume und zeitgenössische Skulpturen im Herbst einen reizvollen Kontrast bilden. Von dort geht es Richtung Flittarder Rheinaue: Die gepflegten Parkwege weichen naturnahen Uferbereichen, Wiesen und Auenlandschaft.

Die Strecke ist als leicht beschrieben und dauert mit Fotopausen etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Starten lässt sich im Stammheimer Schlosspark oder an der Flittarder Rheinaue. Für Naturfotografie bietet die Kombination aus Park, Skulpturen und Rheinauen unterschiedliche Motive. Einkehrmöglichkeiten gibt es in Stammheim oder Mülheim, gegebenenfalls mit einem kurzen Umweg.

Weißer Rheinbogen: Uferwege ab Rodenkirchen

Wer nahe der Kölner Innenstadt eine naturnahe Rheinlandschaft sucht, kann am Rheinufer in Rodenkirchen starten und Richtung Süden wandern. Die Route führt am Fluss entlang und weiter über Auenweg und Triftweg in Richtung Weiß. Unterwegs wechseln sich Uferabschnitte, Wiesen und Auenwald ab.

Die Länge hängt davon ab, wo man umkehrt und welchen Rückweg man wählt: Als Orientierung gelten etwa fünf bis sieben Kilometer und rund eineinhalb bis zwei Stunden. Es handelt sich um eine individuell zusammengestellte Empfehlung, nicht um eine vermessene Rundtour. Die Strecke hat wenig Steigung und ist als leicht eingeordnet. Cafés und Restaurants finden sich im Ortskern von Rodenkirchen.

Im Düsseldorfer Süden und Norden: Auen und Geschichte

Urdenbacher Kämpe: Rheinlandschaft mit Überflutungsflächen

Die Urdenbacher Kämpe südlich der Düsseldorfer Innenstadt zeigt eine Auenlandschaft, in der der Rhein Teile des Gebiets überfluten kann. Alte Weiden, Streuobstwiesen, Feuchtgebiete und Wasserläufe prägen die Umgebung. Die Rundtour ist 7,6 Kilometer lang, leicht und mit etwa zwei Stunden Gehzeit angegeben. Sie verläuft über Dammwege und Obstwiesen und führt an Haus Bürgel vorbei, einem historischen Anwesen auf den Resten eines römischen Kastells.

Wanderrouten in Düsseldorf
Wanderrouten in Düsseldorf · Rhein Bewegt

Als Ausgangspunkt ist Urdenbach im Düsseldorfer Süden genannt. Einkehrmöglichkeiten gibt es im Ortskern oder bei einem Abstecher nach Monheim. Wichtig: Bei erhöhtem Rheinwasserstand können einzelne Wege überflutet sein. In den Naturschutzgebieten sollte man auf den Wegen bleiben.

Kaiserswerth und Schloss Kalkum: eine kurze Runde mit historischen Stationen

Die etwa 5,2 Kilometer lange Rundwanderung im Düsseldorfer Norden verbindet die Kaiserpfalz am Rhein mit der Parklandschaft von Schloss Kalkum. Befestigte Wege und Grünflächen machen sie zu einer leichten Tour; mit kleinen Pausen sind ungefähr eineinhalb Stunden eingeplant. Als Startpunkt ist der Bereich Kalkumer Schlossallee angegeben.

Unterwegs stehen historische Gebäude, Rheinblick und Schlosspark im Mittelpunkt. Wer anschließend noch Zeit hat, kann durch den historischen Ortskern von Kaiserswerth gehen. Dort sind Cafés und Restaurants als Einkehrmöglichkeiten genannt.

Wandern am Rhein
Wandern am Rhein · Rhein Bewegt

Südlich von Köln: Zwei anspruchsvollere Ziele im Siebengebirge

Durch das Nachtigallental zum Drachenfels

In Königswinter beginnt nahe der Talstation der Drachenfelsbahn eine 6,4 Kilometer lange Rundwanderung. Der Weg führt durch das Nachtigallental bergauf, vorbei an Schloss Drachenburg und weiter zur Burgruine auf dem Drachenfels. Für die Tour sind rund 326 Höhenmeter und zwei bis drei Stunden mit Pausen angegeben; sie gilt als mittelschwer.

Das Nachtigallental ist auch mit der früheren Nutzung der Felsen verbunden: Dort wurden Weinkeller in den Fels geschlagen, um Wein kühl zu lagern. Vom Drachenfels reicht der Blick über den Rhein und die umliegenden Berge. Gastronomie wird am Drachenfels und in Königswinter genannt, allerdings abhängig von saisonalen Öffnungszeiten. Wer die Aussicht genießen möchte, sollte den Aufstieg nicht zu spät beginnen: Im November wird es früh dunkel.

Rheinsteig zur Löwenburg: die längste und schwierigste Tour

Die Streckenwanderung startet am Bahnhof Rhöndorf und endet am Bahnhof Bad Honnef. Dazwischen liegen rund 11,8 Kilometer und etwa vier Stunden Gehzeit. Der Weg führt durch den historischen Ort und anschließend auf schmaleren Pfaden bergauf zur Löwenburg. Die Ruine liegt hoch über dem Rheintal; von dort bietet sich ein weiter Blick über das Siebengebirge und die angrenzende Landschaft.

Wanderrouten in Köln
Wanderrouten in Köln · Rhein Bewegt

Die Tour ist als schwer eingestuft und wegen mehrerer Anstiege eher für erfahrene Wandernde geeignet. Trittsicherheit und Kondition sind wichtig. Bei Regen, Frost oder starkem Wind sollten die Wegverhältnisse vor dem Aufbruch geprüft werden. Als Einkehrmöglichkeit ist der Löwenburger Hof genannt, sofern geöffnet; alternativ kommt Gastronomie in Bad Honnef infrage. Eine kürzere Familienvariante ohne Löwenburg ist mit etwa 7,3 Kilometern angegeben.

Welche Tour passt zu welchem Ausflug?

  • Für eine leichte Tour im Kölner Stadtgebiet: Stammheimer Schlosspark und Flittarder Rheinaue verbinden Parklandschaft und Natur ohne größere Steigungen.
  • Für einen flexiblen Spaziergang am Rhein: Beim Weißen Rheinbogen lässt sich die Strecke je nach Umkehrpunkt auf etwa fünf bis sieben Kilometer anpassen.
  • Für Auen und Natur: Die Urdenbacher Kämpe bietet eine abwechslungsreiche Rheinlandschaft, verlangt aber Aufmerksamkeit bei hohem Wasserstand.
  • Für Geschichte und kurze Wege: Kaiserswerth und Schloss Kalkum verbinden historische Orte auf einer leichten Runde.
  • Für Aussicht und Höhenmeter: Der Drachenfels verbindet den Aufstieg durch das Nachtigallental mit einem weiten Rheinblick.
  • Für eine längere Bergwanderung: Die Löwenburg-Tour ist mit 11,8 Kilometern die längste und als schwer eingestuft.

Herbstbedingungen richtig einplanen

Feuchtes Laub und schlammige Waldwege können den Tritt unsicher machen. Wasserfeste Wanderschuhe mit gutem Halt sind daher eine sinnvolle Wahl. Im November bleibt außerdem weniger Tageslicht: Bei längeren Strecken früh starten und genügend Zeit für Pausen einplanen.

Vor Touren durch Rheinauen lohnt es sich, Wasserstand und Wetter zu prüfen, denn einzelne Wege können bei Hochwasser unpassierbar sein. In Naturschutzgebieten schützen Wandernde Tiere und Pflanzen, indem sie auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Auch Einkehr sollte nicht fest vorausgesetzt werden: Einige Ausflugslokale haben im Herbst nicht täglich geöffnet. Für längere Touren empfiehlt sich deshalb eine eigene kleine Verpflegung.

Für Kölnerinnen und Kölner liegen die abwechslungsreichen Ziele nicht alle vor der Haustür: Zwei Routen führen durch das Stadtgebiet, weitere beginnen in Düsseldorf oder im Siebengebirge. Gerade dieser Wechsel macht die Auswahl interessant – vom kurzen Uferspaziergang bis zur anspruchsvollen Bergwanderung. Vor dem Start sollten die aktuelle Wegesituation und bei längeren Touren der Rückweg geprüft werden.

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