Wer in Köln eine Wohnung sucht, vergleicht oft nicht nur Veedel miteinander, sondern auch die Städte am Rhein. Die Mietpreise für Köln, Düsseldorf und Bonn liegen laut einer Auswertung für das dritte Quartal 2026 nah beieinander – doch schon bei einer größeren Wohnung summieren sich die Unterschiede. Die Zahlen zeigen: Bonn ist im Durchschnitt am günstigsten. Für Kölner Wohnungssuchende lohnt sich aber auch ein genauer Blick auf preiswertere Bezirke der eigenen Stadt.
Die durchschnittliche Kaltmiete im Vergleich
Die von ImmoScout24 ausgewiesenen durchschnittlichen Nettokaltmieten für das dritte Quartal 2026 betragen 13,47 Euro pro Quadratmeter in Köln, 13,30 Euro in Düsseldorf und 12,19 Euro in Bonn. Bonn liegt damit rund 9,5 Prozent unter Köln und gut 8 Prozent unter Düsseldorf.
Die Werte sind marktpreisorientierte Auswertungen und kein amtlicher Mietspiegel nach §§ 558c oder 558d BGB. Sie beschreiben zudem keinen konkreten Wohnungsbestand: Lage, Zustand, Baujahr, Ausstattung und Verkehrsanbindung können den Preis einer einzelnen Wohnung deutlich verändern.
Was bedeutet das für die monatliche Miete?
Auf Basis der Quadratmeterdurchschnitte ergeben sich folgende gerundete Nettokaltmieten:
| Wohnungsgröße | Köln | Düsseldorf | Bonn |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 674 € | 665 € | 610 € |
| 70 m² | 943 € | 931 € | 853 € |
| 90 m² | 1.212 € | 1.197 € | 1.097 € |
Bei 90 Quadratmetern beträgt der rechnerische Abstand zwischen Köln und Bonn rund 115 Euro im Monat – etwa 1.380 Euro im Jahr. Für 70 Quadratmeter sind es rund 90 Euro monatlich. Das sind Vergleichsrechnungen aus Durchschnittswerten, keine konkreten Wohnungsangebote.
Köln: Auch abseits der gefragten Viertel suchen
Köln hat im Städtevergleich den höchsten durchschnittlichen Quadratmeterpreis. Besonders teuer sind laut der Auswertung zentrale und beliebte Lagen: Für die Innenstadt werden im dritten Quartal 2026 durchschnittlich 16,40 Euro pro Quadratmeter ausgewiesen. Lindenthal liegt bei 14,92 Euro, Ehrenfeld bei 14,52 Euro.
Niedrigere Durchschnittswerte finden sich in Chorweiler mit 12,06 Euro, Porz mit 12,14 Euro, Mülheim mit 12,53 Euro und Kalk mit 12,60 Euro pro Quadratmeter. Wer in Köln bleiben möchte, kann deshalb die Wohnungssuche über die bekannten Innenstadtviertel hinaus ausweiten. Entscheidend ist dann, die konkrete Lage und den eigenen Weg zur Arbeit oder zu anderen regelmäßigen Zielen mitzudenken. Ein niedrigerer Quadratmeterpreis allein sagt noch nichts darüber aus, ob eine Wohnung im Alltag gut passt.
Düsseldorf: Große Unterschiede zwischen den Stadtbezirken
Der städtische Durchschnitt für Düsseldorf liegt mit 13,30 Euro pro Quadratmeter knapp unter dem Kölner Wert. Innerhalb der Stadt gibt es jedoch eine deutliche Spanne: Im Stadtbezirk 4, zu dem Oberkassel gehört, beträgt der Durchschnitt 15,29 Euro. Für Stadtbezirk 1 werden 14,58 Euro ausgewiesen.
Günstiger sind laut den gelieferten Werten die Stadtbezirke 10 mit 11,87 Euro sowie 8 und 9 mit 12,48 beziehungsweise 12,70 Euro pro Quadratmeter. Wer Düsseldorf in Betracht zieht, sollte deshalb nicht nur auf besonders gefragte Wohnadressen schauen, sondern Angebote in unterschiedlichen Bezirken vergleichen.
Bonn: Der niedrigste Durchschnitt, aber kein Einheitspreis
Bonn liegt im Gesamtvergleich vorn, wenn es um die durchschnittliche Nettokaltmiete geht. Auch innerhalb der Stadt unterscheiden sich die Werte: Hardtberg kommt auf 11,66 Euro pro Quadratmeter, Beuel auf 12,04 Euro und Bad Godesberg auf 12,14 Euro. Für den Stadtbezirk Bonn werden 12,43 Euro genannt.
Der niedrigere Durchschnitt macht Bonn für Wohnungssuchende aus Köln interessant. Ob sich ein Umzug rechnet, hängt aber auch davon ab, wo gearbeitet wird, wie oft gependelt werden muss und welche Wohnlage gesucht ist. Die genannten Bezirkswerte ersetzen keinen Vergleich konkreter Wohnungen.
Nebenkosten mitrechnen – nicht nur die Kaltmiete
Zur Nettokaltmiete kommen unter anderem Betriebs- und Heizkosten hinzu. Als reine Modellannahme setzt der Vergleich dafür 3,50 Euro pro Quadratmeter an. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung wären das 245 Euro. Daraus ergäben sich gerundete Beispiel-Warmmieten von 1.188 Euro in Köln, 1.176 Euro in Düsseldorf und 1.098 Euro in Bonn.
Diese Rechnung ist kein Durchschnitt für die drei Städte und bezieht Haushaltsstrom, Internet und mögliche Stellplatzkosten nicht ein. Auch der energetische Zustand einer Wohnung kann die tatsächlichen Heizkosten beeinflussen. Vor einer Entscheidung sollten Wohnungssuchende daher die Angaben im konkreten Angebot und die voraussichtlichen Gesamtkosten prüfen.
Alltag und Mobilität: Kein eindeutiger Gesamtsieger
Für Lebensmittel, Freizeit und alltägliche Ausgaben liegt in den gelieferten Angaben kein belastbarer stadtspezifischer Vergleich vor. Große Supermarktketten und bundesweite Aktionspreise gibt es in allen drei Städten; die persönlichen Ausgaben hängen unter anderem davon ab, wo und wie eingekauft wird. Auch Restaurant- und Freizeitkosten lassen sich nicht pauschal einer Stadt zuordnen.
Für den Nahverkehr wird im Vergleich ein Deutschlandticketpreis von 63 Euro pro Monat im November 2026 genannt; zum 1. Januar 2027 soll er auf 66,80 Euro steigen. Wer mit dem Auto pendelt, muss zusätzlich mögliche Kosten für Stellplatz, Kraftstoff, Parken und Fahrtstrecke berücksichtigen. Diese können einen Mietvorteil teilweise aufwiegen.
Auch das Umland in die Suche einbeziehen
Wer flexibel beim Wohnort ist, kann zusätzlich Orte außerhalb der Stadtgrenzen prüfen. Als mögliche Suchräume nennt der Vergleich rund um Köln Leverkusen, Bergisch Gladbach und Teile des Rhein-Erft-Kreises; bei Düsseldorf Neuss, Ratingen oder Erkrath; bei Bonn Sankt Augustin, Bornheim oder Alfter. Für das dritte Quartal 2026 werden für Leverkusen 10,85 Euro und für Neuss 10,57 Euro pro Quadratmeter genannt.
Diese beiden Werte liegen unter den Stadtdurchschnitten, erlauben aber keinen pauschalen Vergleich des gesamten Umlands. Vor einer Entscheidung sollte der mögliche Mietvorteil gegen Pendelzeit und zusätzliche Mobilitätskosten abgewogen werden.
Fazit: Bonn ist beim Wohnen günstiger – Köln bleibt vergleichenswert
In der Mietpreisauswertung für das dritte Quartal 2026 ist Bonn die günstigste der drei Städte, gefolgt von Düsseldorf und Köln. Für Kölner Wohnungssuchende heißt das nicht automatisch, dass ein Umzug die beste Lösung ist: Auch in Porz, Chorweiler, Mülheim und Kalk liegen die ausgewiesenen Durchschnittswerte unter denen zentraler Kölner Lagen.
Ein fairer Vergleich berücksichtigt neben der Kaltmiete die Nebenkosten, die konkrete Wohnlage und den täglichen Weg. Für Lebensmittel, Mobilität und Freizeit lässt sich anhand der vorliegenden Angaben kein verlässlicher Gesamtsieger bestimmen. Wer 2026 neu sucht, sollte deshalb zuerst festlegen, welche Wohnungsgröße und welche Wege im Alltag wichtig sind – und danach Angebote in mehreren Stadtteilen und Städten gegenüberstellen.